Hoch über dem Polenztal sitzt die Anlage auf einem Felssporn, der so steil abfällt, dass man beim Blick hinunter dieses leichte Ziehen im Bauch spürt, das nur Orte auslösen, die seit dem 14. Jahrhundert mehr gesehen haben als nur Postkartenwetter.
Wer vor der Burg Hohnstein steht, begreift sofort, warum Burgenbauer früher ein Faible für dramatische Felsvorsprünge hatten: Es war schlicht die beste Versicherung gegen ungebetene Gäste.
Hier schon kam Caspar David Friedrich vorbei und zeichnete – die Felsen und den Fluss.
Der Puppenspieler Max Jacob brachte seine Bühne auf die Burg, und die geschnitzten Köpfe, die dort entstanden, wurden so bekannt, dass bis heute ein ganzer Typ Handpuppe nach dem Städtchen heißt.
Hohnstein beweist, dass man auch mit fast 700 Jahren auf dem Buckel noch mitten im Leben stehen kann – wenn man bereit ist, die Rüstung gegen Wanderschuhe zu tauschen.